Steffen Schmid / Hans-Peter Loth liefern im Lavanttal eine starke Vorstellung

Am vergangenen Wochenende trat der Sendener Steffen Schmid mit seinem Frankfurter CopilotenHans-Peter Loth unter der Bewerbung des MSC Laichingen auf ihrem schnellen Citroen C2R2max mitUnterstützung von ASF Racing bei der 42. Weinberger Holz Lavanttal Rallye, einem Lauf zurÖsterreichischen Staatsmeisterschaft und dem Mitropa Cup, einer inoffiziellen PrivatfahrerEuropameiserschaft, an.

Auf sehr anspruchsvollen knapp 170 Wertungsprüfungskilometern ging es am Freitag, den 06.04. undSamstag, den 07.04. rund um Wolfsberg in Kärnten zur Sache. Bereits nach der Besichtigung amDonnerstag war klar, dass hier eine ganz besondere Herausforderung auf Sie wartete.Das Fahrzeug, der kleine, ca. 195 PS starke Citroen C2 bot für diese Bedingungen guteVoraussetzungen. Schmale, enge Wald- und Landwirtschaftswege, unheimlich schnelleBergabpassagen, die gute Bremsen verlangten, schienen dem C2 geradezu auf den Leib geschneidert.

Voller Vorfreude startete das Team am Freitag um 14.20 zur ersten Etappe mit gut 50 WPKilometern. Die ersten beiden WPs brachten aber gleich Ernüchterung in das Cockpit. UnerklärlicheProbleme mit den Bremsen mit durchfallendem Bremspedal begleiteten Schmid/Loth auf dergesamten ersten Etappe.

Steffen Schmid: „Hier sind gute Bremsen eine Grundvoraussetzung um schnell fahren zu können. Ichmusste vor jedem Anbremsen erst pumpen um Druck auf das Pedal zu bekommen. Wenn Du da im 5.Gang bergab auf eine Haarnadelkurve zufliegst, dann ist das nicht sehr förderlich für dein Vertrauenins Auto. Da ich gute Mechaniker um mich habe, bin ich optimistisch, dass wir das Problem am Abendin den Griff bekommen“.

Der 2. Tag begann am Samstagfrüh um 7.52 Uhr. Weitere knapp 120 WP Kilometer standen auf demProgramm. Auf dem Weg zu WP 5 konnte Steffen Schmid gleich feststellen, dass der Eingriff durchdie ASF Mechaniker Wirkung zeigte und die Bremsen nun tadellos funktionierten. Also, in die Händegespuckt und los ging es. Doch auch hier sollte der C2 wieder Mucken machen. Diesmal war es eingelockertes Gelenk an der Vorderachse. Das Auto zuckte wild hin und her, war kaum kontrollierbar.Trotzdem brachten Schmid/ Loth den Rallyezwerg nach 2 WPs und weiterem Zeitverlust wieder in die Servicezone. Wieder waren die Mechaniker gefragt und lösten das Problem.

WP 7 war dann die erste Prüfung die man ohne Probleme fahren konnte und schon lag man inSchlagdistanz zur R2 Spitze. Leider hielt die Freude nicht lange an, denn bereits auf der folgenden WP8 spürte Schmid etwas im Lenkrad und es stellten sich wieder die Probleme des unkontrolliertenAusbrechens ein. Diesmal aber nicht durch das Gelenk, sondern eine abgebrochene Schraube an derSturzverstellung. Erste Anzeichen von Resignation machten sich im Cockpit breit. Wieder gingen dieMechaniker an die Arbeit und wieder wurde das Problem gelöst. Auf der folgenden WP RundkursEitweg mit viel Schotteranteil und engen Waldwegen konnte Steffen Schmid zeigen, wozu er und seinCopilot Hanns-Peter Loth eigentlich fähig waren. Mit einer 3. Zeit in der Klasse und einer 18.

Gesamtzeit setzten die beiden mehr als ein Ausrufezeichen. Nun konnte die Rallye endlich losgehenund das Ziel war der 3. Platz in der Mitropa Cup Challenge Wertung. Leider zu früh gefreut. Am Startzur WP 10 stellte Schmid ein Abfallen der Batteriespannung fest. Die Lichtmachine hatte sichverabschiedet. Mit letzter Kraft schleppte man sich über die WP in den Servicebereich nach Wolfsberg.

Nun kam der große Auftritt von Simon Föhner und seinem Team. Nachdem Steffen Schmid vonKonkurrenten!! Enrico Windisch eine Lichtmaschine auftreiben konnte, machte der Laichingerseinem Spitznahmen „McGyver“ alle Ehre und baute in der Rekordzeit von 20 Minuten das defekteTeil aus und den Ersatz wieder ein. In der letzten Sekunde der Stempelzeit konnte Steffen Schmid dasFahrzeug in die Zone bringen und die ganze Aktion lief ohne Strafzeit ab. Hut ab vor dieser tollenLeistung.

Noch 2 WPs über 30 Kilometer standen an. 18 Sekunden Rückstand auf die ebenfalls im C2startenden Windisch/Cerny waren eine große Herausforderung. Auf WP11 konnte man nochmalsknapp eine Sekunde abknabbern, also hieß es auf der letzten, 20 Kilometer langen WP Remsneggeralles zu geben. Leider leistete sich dann Steffen Schmid im Eifer des Gefechts einen Dreher. DerMotor ging aus und es verging eine halbe Ewigkeit, bis er wieder Ansprang. Beifahrer Loth zählte 15Sekunden und am Ende der Prüfung hatte man dennoch einen Vorsprung von 4 Sekundenherausgefahren. Aber hätte, wenn und aber zählt nicht, am Ende blieb ein 5. Klassenrang, sowie der4. Platz in der Challenge Wertung des Mitropa Cups.

Steffen Schmid: „Unfassbar, was hier alles passiert ist, das reicht für den Rest des Jahres. DieseZielankunft ist meinem Service Team und Enrico Windisch zu verdanken. Simon, Pascal und Rainerhaben geschraubt wie die Weltmeister. Unser Konkurrent Windisch hat uns mit einer Lichtmaschineausgeholfen. Das nenne ich Sportsgeist. Herzlichen Dank, nur deshalb sind wir im Ziel. Mein Co Hans-Peter Loth hat einen super Job gemacht und in Anbetracht dieser ganzen Probleme ist das Ergebnissuper. Jetzt werden wir in die Vorbereitung für unseren nächsten Einsatz gehen. In der Toskana inItalien steht vom 06.07 und 07.07. die Rallye Casentino an. Dort wollen wir dann richtig angreifenund zeigen was wir drauf haben“.

Hans-Peter Loth: „Eine super Veranstaltung mit viel Pech auf unserer Seite. Trotzdem, was ichmitnehme, ist, dass Steffen mit seinen 55 Lenzen noch unglaublich zulangt und den C2 wirklich amLimit bewegt. Dass wir tolle Mechaniker haben, und Simon einer der besten Schrauber ist die ich inden letzten Jahren gesehen habe. Ich freue mich jetzt schon auf unseren nächsten Einsatz in Italien“.